SchutzLicht LogoSchutzLicht.

Mindset · 6 min

Warum klassische Selbstverteidigung Frauen oft im Stich lässt

Die meisten Kurse zeigen Techniken, die für das israelische Militär entwickelt wurden. Mit deiner Realität haben sie wenig zu tun.

Von Pia Wagner · 12. März 2026

Ich werde oft gefragt, warum ich keinen klassischen Krav Maga Kurs anbiete. Die ehrliche Antwort: weil das, was dort gelehrt wird, in den meisten realen Situationen einfach nicht funktioniert. Jedenfalls nicht für die Frauen, die zu mir kommen.

Krav Maga wurde für das israelische Militär entwickelt. Für Soldat:innen, die im Schnitt körperlich gut trainiert sind, die in Teams unterwegs sind und die in einem klaren Einsatzkontext agieren. Übertragen auf eine zivile Situation ergibt das wenig Sinn. Trotzdem ist es das, was die meisten Selbstverteidigungsschulen heute anbieten, weil es eingeführt und bekannt ist.

Das eigentliche Problem

Wenn dich jemand auf der Straße bedroht oder dein Partner in der eigenen Wohnung übergriffig wird, hast du in der Regel weder Raum noch Zeit noch Kraft, eine komplexe Technik sauber abzurufen. Du bist im Schock, die Adrenalinkurve schießt nach oben, deine Feinmotorik ist weg. Was du dann brauchst, ist klein, simpel und überlernt.

Dazu kommt das Kräfteverhältnis. Ich selbst hatte einen Ex-Freund, der vierzig Kilo schwerer war als ich. In einer körperlichen Auseinandersetzung hätte ich keine Chance gehabt, ihn mit einem schicken Hebel zu Boden zu bringen. Das hätte er gar nicht zugelassen. Solche Hebel funktionieren nur, wenn der andere passiv mitspielt.

Was tatsächlich hilft

Im SchutzLicht. Training arbeiten wir aus diesem Grund mit drei Ebenen. Wahrnehmung. Distanz. Klare, einfache Techniken. Das klingt unspektakulär. Es ist aber das, was im Ernstfall trägt.

Wahrnehmung heißt, du erkennst eine Situation, bevor sie eskaliert. Du liest Körpersprache. Du achtest darauf, wie du im Raum stehst. Wo der Ausgang ist. Wer hinter dir steht. Das alles passiert irgendwann automatisch, wenn du es einmal trainiert hast.

Distanz heißt, du baust Abstand auf, bevor jemand zu nah kommt. Mit Stimme. Mit Körper. Mit klaren Worten. Ja, manchmal auch unhöflich. Höflichkeit kostet im Zweifel mehr, als sie wert ist.

Und Techniken? Ja, die gibt es auch. Aber nur die, die du dir in einem realistischen Zeitraum so einprägen kannst, dass sie unter Stress abrufbar sind. Lieber zwei Techniken, die sitzen, als zwanzig, die du am Tag der Bedrohung nicht findest.

Mein Anspruch

Du sollst nicht aus dem Kurs gehen und denken, du wärst jetzt eine Kampfsportlerin. Du sollst aus dem Kurs gehen und das Gefühl haben, dass du dich selbst ernst nimmst. Dass du Werkzeuge hast. Und dass du weißt, wann du sie brauchst.

Wenn dich das interessiert, schreib mir eine Mail. Wir reden in Ruhe, und du entscheidest, ob das Training zu dir passt.

Be your own hero.

Wenn dich das hier bewegt, lass uns reden. Schreib mir, was du brauchst.

Kontakt →

Weiterlesen